Schneemanagement
Das Schneemanagement stellt den Kern des Sportstättenbetriebs an den Bundesstützpunkten dar und umfasst die Bereiche Technische Beschneiung, Schneelagerung, Schneetransport und Präparation. Ziel des Schneemanagements ist es, an den Bundesstützpunkten verlässliche und optimale Trainings- und Wettkampfbedingungen auf Schnee sicherzustellen. Angesichts abnehmender natürlicher Schneesicherheit kommt dem professionellen Management der Schneeressourcen dabei eine große Bedeutung für die Betriebssicherheit der Sportstätten zu.
Die vier Bereiche im Überblick:

Schneeproduktion: Bei der technischen Beschneiung wird feiner Wassernebel in kalte Luft gesprüht, der dort zu kleinen Eiskörnern gefriert und als Schnee zu Boden fällt. Dieser Schnee ist etwas fester und griffiger als Naturschnee und eignet sich deshalb besonders gut als tragfähige Unterlage für Pisten und Loipen. Möglich wird die Beschneiung durch spezielle Schneekanonen und -lanzen, die über Düsen das Wasser versprühen. Eine effiziente Beschneiung ist maßgeblich abhängig von der sog. Feuchtkugeltemperatur. Je niedriger die Feuchtkugeltemperatur, desto effizienter die Beschneiung. Die Grenzwerte für eine effiziente Beschneiung sind oft bei einer Feuchtkugeltemperatur von -2 bis -3°C angesetzt.
Daneben gibt es temperaturunabhängige Beschneiungssysteme, die nicht auf Minusgrade angewiesen sind. Wasser wird dabei in einer geschlossenen Anlage heruntergekühlt und zu feinen Eisflocken verarbeitet, die als Schnee ausgeblasen werden. So kann selbst bei positiven Außentemperaturen Schnee produziert werden, etwa um frühzeitig verlässliche Trainingsbedingungen zu schaffen.

Schneelagerung: Einlagerung von Schnee über die schneefreien Monate hinweg, um zu Saisonbeginn eine gesicherte Schneereserve unabhängig vom aktuellen Wetter zur Verfügung zu haben. Dazu werden am Ende des Winters Schneehaufen aufgeschüttet und isoliert. Meist mit einer dicken Schicht Sägespänen, Holzschnitzeln oder Vliesabdeckungen. Bei ausreichender Dämmschicht bleiben die sommerlichen Verluste erstaunlich gering, ein Teil des Volumenrückgangs entsteht dabei ohnehin nicht durch Schmelze, sondern durch das Setzen des Schneehaufens unter seinem eigenen Gewicht. Ziel der Schneelagerung ist es, den Trainings- und Wettkampfbetrieb an den Bundesstützpunkten pünktlich starten zu können und kürzere Zeitfenster für die technische Beschneiung im Herbst auszugleichen.

Schneetransport: Beförderung des produzierten oder eingelagerten Schnees vom Erzeugungs- bzw. Lagerort zu den Loipen oder Sprungschanzen sowie die Verteilung entlang der Strecken. Dabei wird der Schnee, je nach Distanz und Gelände, mit Lastwagen, Radladern oder Pistenraupen bewegt und dort aufgebracht, wo er gebraucht wird, z. B. an besonders exponierten, schnell aperenden Streckenabschnitten oder um ungleichmäßige Schneehöhen entlang der Strecke auszugleichen.
Präparation: Abschließende Bearbeitung der Schneeoberfläche (z. B. durch Loipenpräparationsgeräte), um eine einheitliche, sichere und spitzenssportgerechte Schnee- und Loipenqualität herzustellen. Dabei wird der Schnee verdichtet und die Kristalle verkleinert, sodass sie sich besser miteinander verbinden („Sinterung“) und eine feste, gleichmäßige Oberfläche ohne Wellen oder grobe Schneeklumpen entsteht. Entscheidend ist die richtige Festigkeit, weder zu weich noch zu hart oder vereist, damit Athletinnen und Athleten optimale Bedingungen vorfinden. Eine sorgfältige Präparation macht zudem weniger Nacharbeit nötig und spart dadurch Treibstoff und CO2-Emissionen.
